Aufseßhöflein Bamberg Die Geschichte der Renovierung

Bilder vor der Renovierung

Wenn wir heute durch das Aufseßhöflein gehen oder vor dem Tor stehend die Eingangsfassade betrachten können wir fast nicht mehr glauben, welche Wandlung das Gebäude gemacht hat.

Risse in der Fassade, statisch bedenkliche Setzungen, ein undichtes Dach, ein stark mitgenommenes Dachtragwerk, Schäden und

Verluste der reichen Stuckausstattung, fehlende Fußböden, Türen, Fenster. Alles musste gesichert, instandbesetzt, saniert, zum Teil

ergänzt werden. Überall wurde akribisch versucht die Sanierungen in denkmalgerechter und handwerkstypischer Baukunst

durchzuführen. Handwerk hat gerade bei Sanierungen „goldenen Boden".

 

Aus einem einzigen originalen Fensterrahmen, der hinter einer der vermauerten Fenster zum Vorschein kam, wurde die Fensterteilung übernommen und die Sprossenteilung so filigran

und typisch wie möglich gestaltet um der Fassade die nötige Feingliedrigkeit zu geben. Aus Resten eines noch verbliebenen barocken Fussbodens wurde das „fränkische Parkett" der Kabinette

wiederhergestellt. Abgegangene Stuckdeckenteile und Verluste in der Wandstuckierung wurden in Handarbeit von erfahrenen Stukkateuren wieder nach dem Original ergänzt. Reste von

Türumrahmungen erlaubten eine Interpretation der ursprünglichen Türen.

Die Fassaden erhielten wieder die originalen runden Fenster, die vermauert oder durch rechteckige Fenster ersetzt worden waren.

Fensterumrahmungen, Lisenen, Architekturteile wurden von Steinrestauratoren restauriert. Die Farbigkeit orientiert sich an Befunden der alten Fassung, die unter einem nachträglich

angebauten Stallanbau erhalten geblieben sind. Jede Entscheidung wurde abgewogen, diskutiert und nur dann durchgeführt, wenn sie dem Original entsprechend war oder sich dem Gesamtkontext unterordnete.

 

Aus einem Gemälde von Bayerlein wurde die Freitreppe

freiinterpretierend im Sinne des Barocks neu geschaffen.

Diese, sowie die beiden neuen Nebengebäude dienen der Unterbringung von Haustechnik, Sanitärinstallationen, Funktions- und Nebenräumen. Deswegen konnte die gesamte barocke Raumaufteilung im Sinne der Denkmalpflege übernommen werden ohne die barocken Raumstrukturen im Aufseßhöflein zu

verändern.

 

Es wurde nur eine Türe versetzt und zwei Wände aus dem 19. Jahrhundert, die nicht zur Erbauungszeit gehört haben, entfernt. Auch das ist „Denkmalpflege"!

 

Inzwischen präsentiert sich das Gebäude wieder so, wie es zur Entstehungszeit gedacht worden war. Neues ist ablesbar, fügt sich aber trotzdem dem barocken Gedankengut ein bzw. ordnet sich

diesem unter. Ein neu interpretierter Gartenrahmen fasst Gebäude und Nebengebäude zu einem Ensemble zusammen, das in den

nächsten Jahren zu einer Einheit verschmelzen darf.

 

 

Bilder während der Renovierung

Barockes Kleinod in der Bamberger Nordflur